Dr. Thomas Bach, Foto: Privat

Interview im Alumni-Newsletter 01/10

Alumnus und Olympiasieger Fechten Montreal 1976 Thomas Bach ist Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees

Herr Dr. Bach, wie bewerten Sie die Olympischen Winterspiele in Vancouver im Rückblick?

Die Olympischen Winterspiele Vancouver 2010 werden als herausragender Erfolg in die olympische Geschichte eingehen. Wie bereits bei den Olympischen Spielen Montreal 1976 und den Olympischen Winterspielen Calgary 1988 hat Kanada Meilensteine bei der Organisation Olympischer Spiele gesetzt und sich erneut als hervorragender Gastgeber präsentiert. Die grenzenlose Begeisterung und die Gastfreundschaft werden allen in freudiger Erinnerung bleiben.

Begeistert hat insbesondere auch die DOSB-Olympiamannschaft. Sie war mit 30 gewonnenen Medaillen und vielen guten Platzierungen äußerst erfolgreich. Sie hat diese Erfolge mit fairer Leistung errungen und war darüber hinaus ein sympathischer Botschafter unseres Landes.

Wo liegen die Stärken der Bewerbung Münchens um die Ausrichtung der Olympischen Winter-spiele und Paralympics 2018?

Die Bewerbung Münchens ist gut aufgestellt und hat sich während der Olympischen Winterspiele in Vancouver hervorragend präsentiert. Das kompakte Zwei-Park-Konzept mit einem Eispark in München und einem Schneepark in Garmisch-Partenkirchen steht für moderne Olympische Winter-spiele. Zudem kann München mit der großen Wintersportbegeisterung in unserem Land werben, die zuletzt beim Empfang der DOSB-Olympiamannschaft im Münchner Rathaus sichtbar wurde.

Einer unabhängigen Umfrage zufolge stehen 80 Prozent der Bevölkerung hinter der Bewerbung Münchens. Dies ist ein beeindruckender Wert. Ein drittes Argument für die Bewerbung ist die Nachhaltigkeit der Spiele. Die bestehende Infrastruktur wird so gut es geht genutzt. Soweit möglich wird alles andere so errichtet, dass es hinterher wieder abgebaut werden kann. Die Natur wird wieder so sein, wie sie vor den Spielen war.

Haben Sie auch die Paralympischen Winterspiele in Vancouver verfolgt?

Mit großer Begeisterung sogar. Die Paralympics in Vancouver waren ein besonderer Ausdruck der Leistungsfähigkeit und nicht der Behinderung der rund 600 Aktiven. Sie haben gezeigt, dass Motivation und Erfolgsstreben bei allen Athletinnen und Athleten gleich sind.

Ebenso wie die DOSB-Olympiamannschaft haben die deutschen Sportlerinnen und Sportler mit Ihrem Auftreten Erfolg und Sympathie verbunden. Darüber hinaus habe ich mich besonders darüber gefreut, dass auch die Medien in ihrer Berichterstattung die Bedeutung dieses großartigen Sportereignisses erkannt haben.


Die Fragen stellte Michaela Thiel