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    Prof. Gerhard Sextl - Leiter des Fraunhofer Instituts

    01.07.2013

    Aktuell: Leiter des Fraunhofer Instituts für Silicatforschung Studium: Chemie

    Freuen sich über die Eröffnung des Neubaus auf dem Fraunhofer-Campus am Würzburger Neunerplatz: MdB Paul Lehrieder, OB Georg Rosenthal, MdL Oliver Jörg, Hausherr Prof. Gerhard Sextl, MdL Karsten Klein, Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart, MdL Eberhardt Sinner

    Professor Gerhard Sextl leitet seit Anfang 2006 das Fraunhofer Institut für Silicatforschung in Würzburg. Er ist mit der Universität Würzburg und der Fakultät für Chemie eng verbunden und lehrt auch hier.

    Das Institut in Würzburg beschäftigt mittlerweile rund 350 Mitarbeiter, die zum Teil in einem Neubau untergebracht werden. Dieser Neubau wurde von der weltweit renommierten Planerin Zaha Hadid entworfen, die Pläne für etwa 28,5 Millionen Euro umgesetzt.



    Herr Prof. Sextl, wenn Sie es in aller Kürze beschreiben müssten; womit beschäftigt sich das Fraunhofer Institut für Silicatforschung in Würzburg?

    Unser Forschungsgebiet sind anorganische silicatische Materialien - dazu zählen Gläser und Keramiken - und anorganisch-organische Hybridmaterialien, deren Eigenschaften zwischen denen von flexiblen Polymeren und harten, spröden Keramiken liegen. Stellen Sie sich Linsen aus Kunststoff vor, die nicht mehr zerkratzen oder Gläser und Keramiken, die nicht mehr so leicht zerbrechen, aber trotzdem die Eigenschaften eines Glases aufweisen.



    Sie selbst kommen ursprünglich aus der Industrie - was hat Sie zu Ihrem Wechsel nach Würzburg bewogen?

    Die Leitung eines Fraunhofer-Instituts verbunden mit einem Lehrstuhl an der Universität Würzburg hat einen großen Reiz auf mich ausgeübt. In dieser Position können Sie Ideen realisieren und tatsächlich spannende Forschungsergebnisse zu Innovationen werden lassen. Eine Entwicklung ist ja erst dann innovativ, wenn sie erfolgreich wirtschaftlich umgesetzt ist. Außerdem ist Würzburg eine sehr schöne Stadt, in der ich gerne arbeite und lebe.



    Was würden Sie als die größten Herausforderungen in Ihrem Arbeitsfeld bezeichnen?

    Zu den größten Herausforderungen zählt sicherlich, Forschungsergebnisse in die industrielle Anwendung zu bringen. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist die Sicherung und Einhaltung des Institutsbudgets. Fraunhofer-Institute erhalten nur etwa 25 - 30% der notwendigen Finanzmittel von der Fraunhofer-Gesellschaft. Bis zu 75% müssen über Drittmitteln eingeworben werden. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass das jedes Jahr eine große Herausforderung ist.



    Was ist Ihr fachliches Steckenpferd und warum?

    Mein Fachgebiet war und sind die Kieselsäuren und Silicate. Mit entsprechenden Themen habe ich meine berufliche Laufbahn vor mehr als 27 Jahren beim Unternehmen Degussa in Hanau begonnen. Diese Verbindungen des Elements Silicium haben mich bis heute nicht mehr losgelassen.



    Warum hat man sich bei der Umsetzung des Anbaus für Zaha Hadid entschieden - was gefällt Ihnen besonders gut an ihren Entwürfen?

    Wie bei der Umsetzung von öffentlich geförderten Vorhaben vorgeschrieben, haben wir den Neubau des Technikums III des Fraunhofer ISC am Neunerplatz europaweit ausgeschrieben. Im obligatorischen Architektenwettbewerb haben sich etwa 40 Büros mit entsprechenden Entwürfen beworben. Ein Komitee mit Vertretern von Fraunhofer, der Regierung von Unterfranken und aus dem Wirtschaftsministerium Bayern hat sich dann einstimmig für den Entwurf des Büros Hadid entschieden.

    Mir persönlich gefallen verschiedene Aspekte, das Gesamtensemble, mit dem der Schwung der Straßenführung aufgenommen wird und die überzeugende Funktionalität des fast reinen Labor- und Technikumsgebäudes. Zudem wird der Neubau auch als eines der ersten Laborgebäude in der BRD die Kriterien erfüllen, die an nachhaltiges Bauen gestellt werden. Wir haben viele innovative Konzepte umsetzen können. Beispielsweise wird es vor dem Gebäude auch E-Tankstellen geben, die via in die Fassade integrierte Photovoltaik-Module versorgt werden.



    Was macht Würzburg Ihrer Meinung nach besonders lebenswert - warum sollte man z. B. hier studieren oder arbeiten?

    Würzburg ist eine sehr schöne und - auch dank der vielen Studenten - vor allem auch lebendige Stadt mit einem reichhaltigen kulturellen Angebot. Zudem ist die Universität groß und durchwegs anerkannt, so dass die Absolventen sehr gut ausgebildet ins Berufsleben entlassen werden.

    Neben der Industrie stellen vor allem auch die außeruniversitären Institute wie das Fraunhofer-Institut ISC, das Süddeutsche Kunststoffzentrum SKZ und das Zentrum für Angewandte Energieforschung ZAE für Hochschule-Abgänger hochwertige Arbeitsplätze zur Verfügung.

    Es macht Spaß in Würzburg zu leben und zu arbeiten!

     

    Vielen Dank für das Gespräch!

     

     

    Von Michaela Thiel

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