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    Johannes Tietze - Mitbertreiber des Ochsenfurter Kinos "Casablanca"

    07.03.2011

    Aktuell: Mitbertreiber des Ochsenfurter Kinos "Casablanca" Studium: Germanistik

    Johannes Tietze, Mitbertreiber des Ochsenfurter Kinos "Casablanca" (Foto: Privat)

    Herr Tietze, eigentlich wollten Sie Lehrer werden. Heute sind Sie  Mitbetreiber des "Casablanca"  in Ochsenfurt. Wie ist dieses Kino in Ihren Lebenslauf gerutscht?

    Lehrer wollte ich nie wirklich werden. Ich habe Germanistik aus Interesse studiert, ein Berufsbild hatte ich nicht vor Augen. Das Kino ist ganz allmählich in meinen Lebenslauf gerutscht.

    Schon als Schüler habe ich als Einlasser beim Internationalen Filmwochenende Würzburg mitgeholfen. In meiner Studienzeit habe ich dann angefangen, im  Casablanca als Vorführer zu arbeiten. Später habe ich auch noch in den damals noch existierenden Programmkinos "City" und "Odeon" gejobbt. Meine Magisterarbeit war entsprechend meiner Interessen dann auch im Grenzgebiet von Literatur und Film angesiedelt.

    Am Ende meines Studiums war für mich klar, dass ich im Kinobereich arbeiten möchte. Da kam dann das Angebot von Gert Dobner, im Casablanca einzusteigen, genau richtig.


     
    In Würzburg hat das letzte Programmkino zugemacht - im wesentlich kleineren Ochsenfurt existiert noch eines, das regelmäßig ausgezeichnet wird. Was wurde in Würzburg falsch gemacht, wie bewerten Sie die momentane Situation?


    Man kann nicht sagen, dass etwas falsch gemacht wurde. Es ist eine sehr verfahrene Situation in Würzburg, die man nur verstehen kann, wenn man die Vorgeschichte kennt. Spätestens mit der Eröffnung der beiden Multiplexe Cinemaxx und Cineworld war klar, dass die Tage Innenstadtkinos in ihrer bisherigen Form gezählt waren. Vielleicht lässt sich wirklich die Idee eines genossenschaftlichen Kinos verwirklichen.

    Das hängt im Wesentlichen davon ab, dass man passende Räumlichkeiten findet und die ganze Sache von Menschen in die Hand genommen wird, die auch bereit sind, viel Arbeit rein zu stecken. Die Lücke, welche das Corso hinterlassen hat, wird ein solches Kino allerdings nicht ganz schließen können.

    Das Kino in Ochsenfurt existiert noch, weil wir zwar versuchen, vernünftig zu wirtschaften, aber nicht nur in wirtschaftlichen Kategorien zu denken. Das hat etwas mit Engagement und auch einer gewissen Liebe zum Kino zu tun, ohne die so etwas eben nicht zu machen ist.

     

    Was verbindet Sie heute mit Ihrer Universität Würzburg?


    Mit der Universität kooperieren wir gelegentlich bei Filmreihen. An einer der Kooperationen ist ein Freund aus meiner Studienzeit beteiligt, der heute Assistent an der katholisch-theologischen Fakultät ist. Auch mit der Germanistik gibt es noch Kontakte. So habe ich im Herbst 2008 zusammen mit Herrn Professor Riedel an einer Weiterbildungsveranstaltung für Lehrer mitgewirkt.


     
    Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Studienzeit?


    An die Studienzeit habe ich viele schöne Erinnerungen. Die meisten sind mit den Menschen verbunden, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe. Ich habe eine Zeit lang als studentische Hilfskraft gearbeitet. Damals hatte Professor Hess noch den Lehrstuhl I für Literaturwissenschaft inne. Er hat unter anderem Lesungen von Schriftstellern an der Universitätsbibliothek organisiert. Die Abende mit Peter Rühmkorf und Uwe Timm sind mir da z.B. noch in bester Erinnerung. Auch meine engste Freundschaft rührt aus der Zeit meines Studiums an der Universität Würzburg.

     

    Zum Abschluss: Welcher der aktuellen Kinofilme fasziniert Sie besonders und warum?

    Das ist eine Frage, die man als Kinobetreiber häufig gestellt bekommt und die man ungern beantwortet. Je mehr Filme man gesehen hat, desto kritischer bewertet man sie auch. In der letzten Zeit hat mit der Film "A serious Man" von den Brüdern Coen am meisten Freude bereitet. So viel habe ich schon lange nicht mehr im Kino gelacht. Außerdem freue ich mich sehr auf "Bad Lieutenant von Werner Herzog. Der Film ist ja ein Remake.

    Das beeindruckende Original stammt von Abel Ferrara und Harvey Keitel  spielte die Hauptrolle. Werner Herzog kennt man hierzulande fast nur  noch von seinen Filmen, die er mit Klaus Kinski gedreht hat. Tatsächlich macht der Mann regelmäßig immer noch großartige Filme. Bei "Bad Lieutenant" darf man also die Hoffnung haben, dass es ein Meisterwerk ist.


    Vielen Dank für das Gespräch!

    Von Michaela Thiel

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